... 40. PEGASUS-Treffen vom 23. bis 25. September 2016 in Kiel (Ostsee) ...
Elchkopf-02

Die Geschichte des R-Boot PEGASUS 

Unser PEGASUS wurde 1941 als Minenräumboot von der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder für die damalige Kriegsmarine gebaut und erhielt den Namen „R 68“ und wurde der 1. Räumflottille mit Heimathafen Kiel unterstellt.

„R 68“ gehörte zur Serie „R 57“ bis „R 72“, die zum Typ „R 41“ bis „R 129“ gehörte, welche von 1939 bis 1943 gebaut wurden. Der Bootskörper war ein „Quer- und Längsspant-, Stahl-, Leichtmetall-, Mahagoni-, Doppeldiagonal-, Kraweel-, Kompositbau“ mit IX Abteilungen, dessen Entwicklung bereits seit 1929 betrieben wurde.

Der Einsatzhafen während des 2. Weltkrieges war Kotka im Finnischen Meerbusen. Von dort aus wurden nicht nur Minenräumaufgaben durchgeführt, sondern die R-Boote wurden auch, in Verbindung mit Marine-Fährprahm-Fahrzeugen, zum Legen von Minensperren zur Einsperrung der sowjetischen Ostseeflotte in Leningrad, verwendet.

Nennenswert sind u. a. die Teilnahmen an den Unternehmungen “Operation Weserübung”, “Operation Steinhäger”,  „Minensperre Seeigel“, „Operation Tanne Ost“ und der “Operation Hannibal”. Zum Kriegsende wurde die 1. R-Flottille nach Kiel zurückverlegt.

Nach dem Krieg, bis Ende 1947 waren die R-Boote dann bei der GMSA – German Minesweeping Administration – und gehörten wiederum zur 1. R-Flottille in der 1. Minenräumdivision zum Räumen von Minen in der Ostsee. Am 1. Dezember 1947 wurden die R-Boote von den USA als Kriegsbeute übernommen und der LSU B – Labor Service Unit B der US-Navy – unterstellt, versahen aber weiter unter britischer Leitung Minenräumdienste. 1948 wurde „R 68“ der Rheinflottille als „US 13 – TIGER“ zugeteilt und an die Ostdeutsche Dampfschifffahrt AG, Hamburg als Rheinschlepper verchartert. Danach wurden wieder Minenräumaufgaben als „USN 143“ durchgeführt.

Als 1956 die neue Bundesmarine ihre ersten Einheiten in Dienst stellte, wurde gemäß Aufstellungsbefehlt Nr. 54 vom 2.10.1956 das 3. Schnelles Minensuchgeschwader (3. SMG) in Bremerhaven aufgestellt. Geschwaderkommandeur wurde KKpt D. Stricker. Am 15.11.1956 wurde dann auch „USN 143“ ex US 13 – TIGER“ ex „R 68“ dem 3. SMG übergeben und als „PEGASUS – PE“ in Dienst gestellt. Am 1.4.1957 wurde das 3. MG der NATO unterstellt und unser „PEGASUS“ erhielt die NATO-Kennung „PEGASUS – M 1067“.

Im September 1957 unternahmen 2 Boote des 3. SMG eine Auslandsreise nach Paris. Es war unser PEGASUS und das Schwesterschiff ATAIR.

Aufgrund einer Initiative des 1. Pegasus-Kommandanten KptLt Eberhard Schmezer durfte das 3. Schnelles Minensuchgeschwader als erster Verband der noch jungen Bundesmarine die Tradition eines Verbandes der Kriegsmarine pflegen. So führten die R-Boote des 3. MG, wie schon die R-Boote der 3. Räumboot-Flottille der Kriegsmarine, den Elchkopf als Geschwaderwappen am Bug, da die damalige 3. R-Flottille in Pillau (Ostpreußen) ihren Heimathafen hatten.

Das 3. SMG, und somit auch unser PEGASUS, wurde weiter im aktiven Minenräumeinsatz in deutschen-, dänischen- und niederländischen Gewässern, sowie zur Ausbildung der jungen Besatzungen eingesetzt. Im August 1958 wurde Kiel der endgültige Heimathafen des Geschwaders.

Am 11.10.1960 lief das Geschwader (3. MG) zu einer seiner schönsten Reisen überhaupt aus. Ziel war diesmal kein ausländischer Hafen, sondern der Rhein und Main. Die Rheinreise war für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Am 28. April 1961 wurde unser PEGASUS außer Dienst gestellt.      

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