... 40. PEGASUS-Treffen vom 23. bis 25. September 2016 in Kiel (Ostsee) ...
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Kriegseinsätze der 1. Räumflottille bzw. des R-Bootes R 68


1940 - Unternehmen “Weserübung” 

Unternehmen “Weserübung”, war der Deckname für den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.

Alle nachfolgende Texte (mit eigenen Ergänzungen) stammen aus folgender Quelle: Chronik des Seekrieges 1939-1945 Herausgegeben von der Bibliothek für Zeitgeschichte - Württembergische Landesbibliothek - Stuttgart 2007

7.4.1940 - Nordsee / Norwegen

Auslaufen der ersten deutschen Kriegsschiffsgruppen zum Unternehmen »Weserübung«: Kriegsschiffsgruppe 5 (Oslo): KAdm. Kummetz mit den Schweren Kreuzern BLÜCHER (Kpt.z.S. Woldag) und LÜTZOW (Kpt.z.S. Thiele), dem Leichten Kreuzer EMDEN (Kpt.z.S. Lange), den T-Booten ALBATROS, KONDOR und MÖWE, der 1. Räumbootflottille (Kptlt. Forstmann)  mit R 17, R 18, R 19, R 20, R 21, R 22, R 23, R 24 und den Walfangbooten RAU 7 und RAU 8. [... nach oben ...]

19.3.1941 - Indienststellung R 68 - Indienststellung bei Abeking & Rassmussen, Lemwerder als R 68 für die 1. Räumflottille mit Heimathafen Kiel  - Kriegseinsatzhafen Kotka (Finnland)[... nach oben ...]

25.4.1942 - Ostsee - Finnischer Meerbusen

Beginn der Verlegung deutscher Verbände in den Finnenbusen für den Sommer 1942. Beteiligt sind: F.d.M. Ost, Kpt.z.S. Böhmer, 3. Minensuch-Flottille (7 M-Boote Typ 35), 1. Räum-Flottille (1 Begleitschiff und        9 R-Boote), 17. Minensuch-Flottille (5 umgebaute Fischdampfer, nur bis Mai 1942), 18. Minensuch-Flottille (7 umgeb. Fischdampfer), 12. U-Jagd-Flottille (10 umgeb. Fischdampfer und Walfänger), 3. Vorposten-Flottille (11 umgebaute Fischdampfer), 31. Minensuch-Flottille (1 R-Boot, 13 umgeb. Fischlogger), 34. Minen-such-Flottille (14 umgebaute Fischlogger), 27. Landungs-Flottille (5 Schwere Artillerieträger, 15 Minenlege-Fährprähme, 9 Transport-Fährprähme), 2 Minenräumschiffe mit je 16 Räumbarkassen, 1 Sperrbrecher, Minenschiffe KAISER, ROLAND. Ferner Hilfsfahrzeuge und die Küstenschutz-Flottille »Ostland«. 

15. bis 23.6.1944 - Ostsee - Karelien

Sowjetischer Angriff gegen die der karelischen Landenge vorgelagerten Inseln.

15.6.1944 - Das finnische IV. Korps muss sich unter dem Druck der 59. und 21. sowjetischen Armee aus der Mannerheim-Stellung nach Viborg absetzen. Anfangs Feuerunterstützung der sowjetische Truppen durch Schlachtschiff Oktyabrskaya Revolutsiya. Zur Deckung der Seeflanke setzen die Finnen leichte Seestreitkräfte und 2 U-Boote ein und fordern deutsche Unterstützung an. T 30 und T 31, die 3. M-Flottille, die 1. R-Flottille und eine AF-Gruppe der 24. L-Flottille werden in der Viborg-Bucht und im Koivisto-Sund eingesetzt.

Bei einem Angriff sowjetischer Torpedokutter unter Kpt. 2.Rg. Osipov geht T 31 verloren, bei Luftangriffen am 20./21.6.1944 sinken AF 32 und der Minentransporter Otter, das R-Boot-Begleitschiff Nettelbeck, M 29, R 19 und R 120 werden beschädigt. ...

22. bis 28.6.1944 - Ostsee - Unternehmen “Steinhäger”

Operation “Steinhäger”: Gegen die am 22.6.1944 von den Sowjets mit leichten Fahrzeugen besetzte Insel Narvi wird ein deutsch-finnisches Kommando-Unternehmen angesetzt. Mit Unterstützung der deutschen 2. T-Flottille (KKpt. Kaßbaum) mit T 30, T 8 und T 10, der 3. M-Flottille (KKpt. Kieffer) mit M 18, M 19, M 22, M 15 und M 30 und der 1. R-Flottille (Kptlt. W. E. Schneider) mit R 67, R 68, R 76 und R 249 sollen durch die 2. finnische Bewacherflottille (Kptlt. Jääsalo) mit 9 VMV-Booten und dem Bewacher Vasama sowie der 2. und 1. S-Boot-Flottille (Kptlt. Salo, Kptlt. Pirhonen) mit 5 bzw. 4 S-Booten finnische Einheiten abgesetzt werden. Das Unternehmen scheitert wegen starker sowjetischer Abwehr und mangelnder Koordinierung der Verbündeten. Die Insel wird am 15./16.7.1944 durch die deutschen Torpedoboote beschossen, die ein Gefecht mit sowjetischen Wachbooten führen. [... nach oben ...]

11.3. bis 20.5.1944 - Ostsee - Unternehmen “Minensperre Seeigel”

Auslegung deutsch-finnischen Sperren im Finnenbusen. Nach Aufgehen des Eises besetzen die deutschen Bewacher ab 5.3.1944 ihre Positionen und werden am 9.3.1944 erstmalig von sowjetischen Flugzeugen angegriffen. Am 12.3.1944 beschießen die neu in den Finnenbusen verlegten Zerstörer Z 25, Z 28 und Z 39 der 6. Z-Flottille (Kpt.z.S. Kothe) sowjetischen Stellungen bei Hungerburg. Am 13.3.1944 beginnt der Netzsperrverband zwischen Nargön und Porkkala mit der Auslegung des U-Boot-Netzes »Walroß«, gleichzeitig erneuern MFP der 24. L-Flottille, M-Boote und R-Boote Teile der Minensperre »Nashorn«, während die Minenschiffe LINZ, ROLAND und BRUMMER in 8 Unternehmungen und die 6. Z-Flottille mit Z 25, Z 28, Z 35 und Z 39 in 6 Unternehmungen die »Seeigel«-Sperren erneuern. Am 21.4.1944 geht ROLAND (KKpt. Wehr) auf einer eigenen Sperre verloren. Bis 26.4.1944 legen die Zerstörer, bis 20.5.1944 die Minenschiffe und kleineren Fahrzeuge insgesamt 7.599 Minen und 2.795 Sperrschutzmittel.

10.4.1944 - Bei sowjetischen Luftangriffen gegen die zur Bewachung der »Seeigel«-Sperren eingesetzten deutschen Schiffe wird der Minensucher M 459 versenkt und M 413 schwer beschädigt, letzterer kann aber den Hafen erreichen.

13. bis 26.4.1944 - Verstärkung der deutschen »Seeigel«-Sperren im Finnenbusen 
Am 13./14.4.1944 werfen die Minenschiffe (Kpt.z.S. Pahl) BRUMMER, ROLAND und LINZ mit der 6. Zerstörer-Flottille (Kpt.z.S. Kothe), Z 28, Z 35, Z 39 und dem detachierten Torpedoboot T 30 sowie den Minensuchern M 14 und M 22 die Sperre »Seeigel 6b« südlich von Suur-Tytärsaari. 

Am 16./17.4. 1944 werfen BRUMMER, ROLAND, LINZ, Z 28, Z 35, Z 39 und T 30 die Sperre »Seeigel 3b« bei Vigrund in der Narwa Bucht. Die sichernden Räumboote R 69 und R 73 erzeugen eine Nebelwand, um die Schiffe vor den sowjetischen Küstenbatterien zu schützen. 

Am 19./20.4.1944 werfen BRUMMER, ROLAND, LINZ, Z 28, Z 35 und T 30 die Sperre »Seeigel 7b/2« in der Narwa Bucht. Am 21./22.4.1944 wird eine weitere Minenunternehmung mit BRUMMER, ROLAND, LINZ, Z 28, Z 35, Z 39, T 30 und den Minensuchern M 20 und M 37 abgebrochen, nachdem ROLAND einen Minentreffer erhält, wahrscheinlich auf einer früher geworfenen Sperre, und sinkt mit hohen Personalverlusten.

roland 

9. Hilfsminenleger Roland geht im April auf einer deutsch-finnischen Minensperre verloren

Am 23./24.4.1944 werfen BRUMMER, LINZ, M 37, Z 28, Z 35, Z 39 und T 30 die Sperre »Seeigel 7b/3« in der Narwa Bucht. M 204, R 69, R 70, R 72 und R 127 unterstützen die Operation. 

Am 25./26.4.1944 werfen BRUMMER, LINZ, M 20, M 204, Z 28, Z 35, Z 39 und T 30 die Sperre »Seeigel 8b« südwestlich von Suur Tytärsaari und werden dabei von R 70, R 72, R 119 und R 127 unterstützt. Insgesamt werden bei diesen Unternehmungen 2.831 Minen und 1.174 Sperrschutzmittel gelegt. Bei sowjetischen Räumoperationen zwischen dem 10.5. und 20.10.1944 gehen 13 Minensucher, darunter T-37, T-49 und T-353, verloren. Ebenfalls auf Minen gehen im Juni die sowjetischen Torpedoschnellboote TK-46, TK-51, TK-35, TK-45 und TK-90 verloren.

Am 14.6.1944 läuft das deutsche Räumboot R 73 auf eine Mine der deutschen Minensperre »Seeigel« und sinkt

Am 11.8.1944 sinkt das deutsche Räumboot R 70 südlich von Pukkio im Finnischen Meerbusen auf einer sowjetischen Mine. Bei dem Versuch, die »Seeigel«-Sperre zu verstärken, gerät am 17./18.8.1944 die 6. T-Flottille (KKpt. Koppenhagen) in eine eigene Sperre und verliert T 22, T 30 und T 32 mit 393 Mann, die z.T. in sowjetische Gefangenschaft geraten. Nur T 23 kehrt zurück. Vor Kiuskeri (Viborg Bucht) sinken am 28.8.1944 die Artilleriefährprähme AF 35 und AF 50 durch Minentreffer.

Am 7.9.1944  wird die Sperre »Seeigel 10b« endgültig von der 1. R-Flottille und der 24. L-Flottille gelegt. . [... nach oben ...]

14. bis 15.9.1944 - Ostsee - Unternehmen “Tanne Ost”

Deutsche Landungsoperation »Tanne Ost« gegen die finnische Insel Suursaari durch Einheiten der 3. und 25. Minensuch- Flottille, 13., 21. und 24. L-Flottille, 7. Artillerieträger-, 1. R-  und 5. S-Boot-Flottille. Für die 5. S-Flottille ergibt sich die Aufgabe, den Stützpunkt Kotka der finnischen 1. S-Flottille durch Minen zu sperren. Am 14.9.1944 werfen S 116, S 85, S 110, S 120 die Minensperre «Schnellschuss», die aber den deutschen Vorstoß nicht zu decken vermag. Starker finnischer Widerstand, Angriffe sowjetischer Flugzeuge und finnischenr Schnellboote zwingen zum Rückzug der Landungsflotte. Das Unternehmen auf Hogland (= Suursaari) scheitert, die gelandeten Truppen müssen sich am 15.9.1944 ergeben (1231 Gefangene, darunter 175 Verwundete). Am 15.9.1944 wird vor Suursaari das dt. Räumboot R 29 von dem finnischen Schnellboot Taisto 5 torpediert und versenkt. R 76 wird nach Treffern durch finnische Geschütze aufgesetzt, aber später geborgen. Außerdem gehen die MFP F 173, F 175 und F 177 verloren. [... nach oben ...]

7. bis 31.1.1945 - Ostsee / Kurland

Anfangs aus der Danziger Bucht, später aus der westlichen Ostsee laufen regelmäßige deutsche Geleite zur Versorgung der Heeresgruppe Kurland nach Libau und Windau. Zur Sicherung sind M-Boote der 1., 3., 25, später auch der 12. und 2. M-Flottille im freien Seeraum, vor der lettischen Küste KFKs der 31. M-Flottille zur U-Jagd, der 14. Sich.-Flott. als Minengeleit, sowie der 1. R-Flott. und der 7. AT-Flott. zur Abwehr der in Polangen stationierten sowjetischen Torpedokutter eingesetzt. Am 9.1.1945 sinkt der deutsche Hilfsminensucher M 3144 / K 333 durch einen Minentreffer in der Irben-Straße. Gegen den deutschen Schiffsverkehr von und nach Kurland operieren auch die meisten sowjetischen U-Boote. 

25. bis 31.1.1945 - Ostsee - Unternehmen “Hannibal”

Operation »Hannibal«: Mit der Bedrohung Ostpreußens und Danzigs durch den sowjetischen Vormarsch beginnt die größte Evakuierungsaktion der Geschichte. Zur Sicherung der Geleite werden im Raum Danziger Bucht bis Kurland von der 9. Sicherungs-Division eingesetzt die 1., 3. und 25. M-Flottille (KKpt. Pinkepank, KKpt. Dr. Kieffer bzw. Kptlt. Vogeler, ab Februar Kptlt. v. Haxthausen) mit je etwa 6 einsatzbereiten M-Booten, die 1. und 17. R-Flottille (Kptlt. Hoff, KKpt. Zaage und ab März Kptlt. Voss) mit je 7-10 R-Booten, die 3. und 17. Vp.-Flottille (KKpt. Böttger, KKpt. Dittmer) mit 6-8 umgebauten Fischdampfern, die 3. und 14. Sicherungs-Flottille (KKpt. Leonhardt, ab März FKpt. Palmgren bzw. KKpt. Petersen) mit zahlreichen kleineren Fischereifahrzeugen und KFK, die 31. M-Flottille (Kptlt. Prater) mit 4 KFK-Gruppen, die 3. U-Jagd-Flottille (Kptlt. Dr. Teichmann) mit zahlreichen kleinen Fischereifahrzeugen, die 13. und 24. L-Flottille (KKpt. Wassmuth, FKpt. Brauneis) mit MFP sowie die 3. und 7. Artillerie-Träger-Flottille (KKpt. Dr. Schröder bzw. KKpt. Dr. Sonnemann) mit SATs, LATs und AFs. [... nach oben ...]

21.7.1945 - Nordsee / Ostsee

Gründung der Deutschen Minenräumdienst- Leitung (DMRL, engl.: GMSA).

Auf Grund der Waffenstillstandbedingung, dass Deutschland die Kriegsminen in Nord- und Ostsee mit eigenem Personal und Fahrzeugen der ehemaligen Kriegsmarine zu beseitigen habe, erhalten deutsche Seeoffiziere den Auftrag, einen Teil der noch einsatzbereiten Minensuch-Streitkräfte für diese Aufgabe zu organisieren. Deutscher Chef ist KAdm. F. Krauss. Das Personal meldete sich freiwillig, es lebt in Deutschland auf freiem Fuß, in den ehemals besetzten Ländern (Dänemark, Norwegen, Holland) als Kriegsgefangene. Die Personalstärke beträgt 1945 etwa 27.000 Mann. Sie verringert sich bis Herbst 1946 auf 13.000 Mann, u.a. durch Auflösung der Räumdivision in Norwegen. Eingesetzt werden M-Boote, R-Boote, KFK, Sperrbrecher und Minensuch-Trawler, insgesamt 402 Einheiten mit 16.000 Mann Besatzung. - Eine Frist, innerhalb derer die Räumarbeiten erledigt werden müssen, wird nicht gesetzt. Aber ab Herbst 1947 Einschränkung der DMRL auf Drängen der Sowjetunion, die in den Räumverbänden eine verhohlene Aufrüstung der Westzonen sieht. Endgültige Auflösung zum 31.12.1947 bis auf einen Rest von 17 Fahrzeugen, die als “Deutscher Minenräumverband Cuxhaven" eingesetzt werden. Die DMRL hat in der Zeit ihres Bestehens 5628 Quadratmeilen in der Nordsee und 450 an der westlichen Ostsee freigeräumt (Einzelheiten)[... nach oben ...]

 

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